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Geschichte


Weltoffen und heimatverbunden:
40 Jahre Willicher Kunstverein

Der Kunstverein ist eine Erfolgsgeschichte. Wer hätte das bei der Gründung im November 1985 gedacht? Finanzbeamter Wolfgang Boochs, wohnhaft in Neersen, stand damals in beruflichem Kontakt mit anderen Kunstvereinen. Daraus entstand die Idee, auch in seiner Heimatstadt Willich einen solchen Verein zu gründen.

Die ersten eigenen Räume in einer leerstehenden Jugendstilvilla an der Hauptstraße 14, unweit des Schlosses, waren bald gefunden. Die Vereinsmitglieder renovierten in Eigenleistung und zahlten dafür nur eine geringe Miete von 150 DM im Monat. Maler und Bildhauer aus Willich präsentierten dort ihre Werke.

Aber der Willich Verein dachte damals schon groß, international. Kunstschaffende aus der Partnerstadt Linselles, aus dem englischen Cambridge, Polen, Japan und Südkorea stellten aus und Studierende der Düsseldorfer Akademie. Es folgten Reisen, Begegnungen und Freundschaften. „Kunst verbindet.“, diesen Satz findet man öfters in den Gästebüchern, die zu den Ausstellungen ausliegen. „Danke für die schönen Anregungen. Ein Bild hat mich besonders inspiriert“, schrieben die Besucher, die bald auch von weiter herkamen. Denn Kunst zu erleben bedeutet, sich auf Neues ein zu lassen, vielleicht darüber zu streiten, Sichtweisen zu erweitern, zu verändern oder einfach nur zu genießen. Solche Erfahrung der offenen Auseinandersetzung können wir später auch in unseren Alltag tragen.

Jutta Otto-Gesterling hat als langjährige Vorsitzende im Team mit Helga zum Bruch die Konturen des Vereins geschärft. Im industriellen Ambiente des Willicher Gründerzentrums mit seinen Kojen, Fluren und Treppen erhielt zeitgenössische Kunst einen neuen Rahmen und auch größere Installationen Raum.

Mit dem aktuellen Vorstand unter Klaus Behrla präsentiert sich der Kunstverein wieder in Neersen, jetzt im Ausstellungssaal des Schlosses, der ausgewählten Veranstaltungen vorbehalten ist. Auch dieser besondere Raum, seine Präsenz und Stille werden von den Besuchern geschätzt.

Zur Jahresausstellung 2026 hat der Willicher Kunstverein erstmals die Teilnahme ausgeschrieben. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen konnte die Jury Werke von Kunstschaffenden auswählen, die ein anspruchsvolles Spektrum aktueller Kunst zeigen.

Die Jahresausstellungen sind ein Angebot an alle kunstinteressierten Bürger: Eintritt frei. Bei der Eröffnung mit den Künstlern in’s Gespräch kommen, an anderen Tagen in Ruhe schauen, vielleicht einem Musikvortrag oder einer Lesung lauschen. Herz und Geist öffnen. Damit leistet der Willicher Kunstverein einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander in unserer Stadt.

Der Willicher Kunstverein ist Mitglied im Kulturraum Niederrhein e.V. Hier wird zu Förderprogrammen für Kulturveranstaltungen beraten und niederrheinische Kunstvereine können sich hier vernetzen, um Kreativität und den kulturellen und gesellschaftlichen Dialog zu fördern.

Bei WESTSTERN, einer Plattform und Förder­preis zur Stär­kung und Sicht­bar­machung engagierter Kunst­orte in Nordrhein-Westfalen, ist der Willicher Kunstverein hier gelistet.